Geschichten

In die Nordflanke des Baldenweger Bucks im Naturschutzgebiet Feldberg kuschelt sich auf 1321 Meter Meereshöhe die Baldenweger Hütte. Sie gehört mit dem daneben stehenden großen Viehstall und der Weide ringsum der Baldenweger Weidegenossenschaft.

Seit dem Mittelalter ist der Weidgang auf den baumfreien Feldberg bezeugt, die Rinder des Dreisamtals wurden von Anfang Juni bis Ende September jedes Jahr auf den Feldberg zur Sömmerung getrieben. Der Baldenweger Hof mitten im Dreisamtal war das Zentrum des landwirtschaftlichen Betriebs der adeligen Besitzer des Dreisamtals. Das waren bis zum Übergang des zu Österreich gehörenden Breisgaus an das Großherzogtum Baden die Grafen von Sickingen auf Schloß Ebnet. Sie verkauften ihren Besitz 1807 bis 1809 an den Großherzog für 600 000 Gulden und zogen nach Wien.

Die großherzoglich-badische Verwaltung verkaufte nach und nach sämtliche Ländereien und damit auch den Baldenweger Hof und davon getrennt das Weidrecht auf dem Feldberg an Landwirte im Dreisamtal.

Diese schlossen im Oktober 1847 einen Vertrag, in dem sie ihre Rechte am Weidgang auf den Baldenweger Buck festlegten, sie bezeichneten sich als “Genossen”. Damit war die “Baldenweger Weidegenossenschaft” gegründet.

Heute besitzen 9 Anteilseigner 80 Weidrechte auf dem Feldberg, darunter sind  vier Aktive Landwirte aus dem Dreisamtal, die jährlich bis zu 80 Jungrinder auf die Feldbergweide schicken dürfen.

Noch aus dem 18. Jahrhundert stammt das unter Denkmalschutz stehende Stallgebäude aus Holz. Seine 2 Längsställe sollen früher so gereinigt worden sein wie Herkules den Augiasstall durch die Zuleitung eines Bächleins säuberte.

Die kleine Sennhütte vom Ende des 19. Jahrhunderts, das Herderhaus, wurde in den letzten 30 Jahren zu einer schmucken Almgaststätte umgebaut, welche ganzjährig Wintersportler und Sommerwanderer freundlich zum Vesper oder zur Bleibe für die Nacht einlädt.

Der Gastwirt betreut im Sommer traditionell als Herder das aufgetriebene Jungvieh.

Es besteht die berechtigte Hoffnung, daß der Weidebetrieb und die Gastwirtschaft noch viele Jahre aufrecht gehalten werden können.